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Dietmar Schönherr - Schauspieler, Regisseur, Moderator & Schriftsteller -

Schönherr wurde am 17. Mai 1926 als Sohn des Generals Otto Schönherr Edler von Schönleiten in Innsbruck geboren. 

1943, die Familie ist zwischenzeitlich von Innsbruck nach Potsdam verzogen, besteht er sein Abitur am Potsdamer Victoria Gymnasium. Vorher sieht ihn dort der Regisseur Alfred Weidenmann in einer Schüler-Theateraufführung. Weidenmann engagiert den jungen Mann gleich für die Hauptrolle seines Films "Junge Adler". Nach Beendigung der Dreharbeiten meldet sich Schönherr freiwillig zum Kriegsdienst. Er desertiert 1945.

Nach Kriegsende beginnt Dietmar Schönherr zunächst ein Architekturstudium, doch bereits ein knappes Jahr später engagiert ihn Regisseur Eduard Wieser für den ersten Tiroler Nachkriegsfilm "Wintermelodie".

Die Hauptdarsteller der "Wintermelodie" (Foto: Walter Riml)

Bis 1952 arbeitet arbeitet Schönherr als Sprecher, Moderator und Regisseur für den Österreichischen Rundfunk. Dann wechselt er zum Westdeutschen Rundfunk nach Köln. Dazwischen drehte er immer wieder Filme. Mit „Rosenmontag“ (1955) gelingt ihm der Durchbruch. Insgesamt spielt Schönherr in weit über 100 Filmen mit und ist ebenso erfolgreich als Theaterschauspieler. Die Exl-Bühne in Innsbruck, das Theater in der Josefstadt, das Salzburger Landestheater, das Renaissance-Theater in Berlin, das Theater an der Wien oder das 15jähriges Engagement am Zürcher Schauspielhaus sind als Stationen seines Schaffens hervor zu heben.
Legendär seine Rolle als Commander McLean in einer der ersten deutschen Science Fiction Serien „Raumpatrouille“. Bis heute genießt diese Serie Kultstatus und kam 2003 als Zusammenschnitt der alten Fernsehserie sogar ins Kino. Durch die Moderation moderner und neuartiger Unterhaltungsshows schreibt Schönherr Fernsehgeschichte. Wer erinnert sich nicht an die, gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach von 1969 – 1973 moderierte Fernsehshow „Wünsch dir was“? Auch für die erste Talkshow des deutschen Fernsehens „Je später der Abend...“ wird Dietmar Schönherr als gastgebender Moderator verpflichtet. Meisterlich, und für die heute meist niveaulosen Talk-Sendungen beispielhaft, ist seine respektvolle, souveräne und dabei stets spannende Gesprächsleitung. Als Synchronsprecher leiht er Filmgrößen wie James Dean („Jenseits von Eden“, „Giganten“), Sidney Poitier oder Steve McQueen seine Stimme.
Trotz seiner vielfältigsten Auslandverpflichtungen bleibt Dietmar Schönherr seiner Heimat Tirol bis Heute verbunden. So ist er Mitbegründer der „Tiroler Volksschauspiele“ die er fünf Jahre lang selber leitet.
Neben seinen beruflichen Verpflichtungen gilt Dietmar Schönherrs Interesse zahlreichen sozialen und politischen Projekten. 1969 engagiert er sich im Wahlkampf der SPÖ für den späteren Bundeskanzler Bruno Kreisky. Anfang der 80er Jahre unterstützt er die deutsche Friedensbewegung und tritt als Wahlhelfer für die deutschen „Grünen“ auf.
Seit 1984 setzt er sich mit Herz und Seele für fünf Solidaritätsprojekte in Nicaragua ein. Viele Einnahmen aus seinen Engagements fließen in diese Projekte und Schönherr wird nie müde bei  Freunden und Gönnern um Spenden dafür zu bitten.
Auch als Schriftsteller macht der Künstler sich einen Namen. Viele seiner Romane sind dabei in Mittelamerika angesiedelt. Ebenso übersetzt er Werke von André Gide und Jean Paul Sartre aus dem Französischen. 

Zahlreiche Preise und Ehrungen zeugen von Schönherrs herausragenden Talenten und leidenschaftlichen Engagements. Die „Goldene Kamera“, die „Ehrenbürgerwürde von Grenada“, der „Heinz-Galinski-Preis“ oder der „Ehrenpreis für sein Lebenswerk im Rahmen der 7. Vergabe des Deutschen Fernsehpreises“ sind nur einige davon.

Viele Jahre lebt Dietmar Schönherr mit seiner geliebten Frau Vivi Bach in seiner Wahlheimat Ibiza. Nur 18 Monate nach ihrem Tod stirbt auch er am 18. Juli 2014 auf Ibiza. 

 


Biografie Dietmar Schönherr: ® Helma Türk. Dokumente: Sammlung WaRis-Tiroler Filmarchiv